FCV Fußballturnier 2009

Das Fußballturnier begann wieder einmal, wie man es von Arminia kennt: Wochenlang wurde an jedem Dienstag gemeinsam trainiert, und als es dann auf das Turnier zuging, hatte keiner Zeit…

Einzig die Bbr.² Loki und Pfaff aus dem Trainingsteam wollten sich einfinden, so dass man sich noch am Sonntagmorgen mit den bangen Fragen beschäftigen musste: „Wer wird auflaufen?“; „Bekommen wir fünf Feldspieler zusammen?“; „Wird Plumber rechtzeitig fit?“

Letztlich erklärten sich dann die AHAH Halb und Royma bereit, ihre Knochen hinzuhalten, das Rumpfteam wurde noch durch Stütze und unseren Neuzugang aus Mexiko, Hermann, ergänzt. Außerdem konnte doch noch eine stattliche Reserve in Form der fußballerisch eher unerfahrenen Bbr.² Goethe, Kronos, Hanson und Eldschi nominiert werden.

Optisch wusste man einmal mehr durch ausgefallene Trikots zu bestechen. Gelb leuchtende T-Shirts mit der Aufschrift „Held des Tages“ sollten wenigstens für eine gute B-Note sorgen.

Arminengemäß war der Großteil der Mannschaft noch vom Samstag Abend und anderen Unfällen gezeichnet – Plumber war nicht rechtzeitig fit geworden – und dennoch vergnügt dank einer sogleich stattfindenden Betreuung mit isotonischen Weizengetränken und Power-Riegeln auf fleischlicher Basis.

Vor soviel geballter Gelassenheit kapitulierten schon frühmorgens die Hälfte der anderen Mannschaften und traten gar nicht erst an. Hohenstaufen, Wildenstein und Falkenstein wurden von den Arminen schmerzlich vermisst, waren diese Gegner doch bisher immer sichere Punktelieferanten gewesen.

So musste also in einem Modus mit Hin- und Rückspiel gegen die in den letzten Jahren immer starken Hercynen und Ripuaren gespielt werden. Die noch etwas tapsigen Aufwärmübungen unserer Gemeinschaft wurden aufgrund der professionell koordinierten und Teamgeist schreienden Darbietungen der Gegner von diesen müde belächelt. Arminia lächelte zurück. Das erste Spiel gegen die favorisierten Hercynen bestritt man mit Royma im Tor und der gefürchteten Schnapsflaschen-Formation: Zwei Verteidiger (Loki und Halb), zwei Mittelfeldspieler (Pfaff und Eldschie) und ein Stoßstürmer (Stütze). Der Gegner schien sich seiner Sache recht sicher und bestürmte unser Tor gleich aufs Heftigste. Arminia verteidigte jedoch wacker und verlegte sich aufs Kontern. Der erste eigene Angriff resultierte schließlich auch aus einem weiten Abschlag von Royma, den sich Stütze mit dem Kopf weiter vorlegte und angesichts eines plötzlich herausstürmenden Torwarts nur noch mit dem Oberschenkel über selbigen lupfen konnte. 1:0 – Arminia war von der Führung genauso überrascht wie die bestürzten Hercynen. Diese griffen in der Folge immer wütender an und wurden erneut klassisch ausgekontert. Eine kurze Ballstafette über Halb und Stütze schloss Pfaff zum 2:0 ab. Wenn wir bei anderen Stafetten doch auch nur so schnell wären!

Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeitpause (eine Hälfte dauerte je 10 Minuten). Die bundesligareife Mannschaftsbesprechung der Hercynen wurde auf der Gegenseite durch fröhliches Zuprosten ersetzt. Mit wilder Entschlossenheit begann Hercynia – zumindest verbal – die zweite Halbzeit. Arminia blieb beim bewährten Konzept und zeigte durchaus auch spielerische Qualität. Der mittlerweile für Eldschie ins Team gekommene Herrmann gab im Strafraum des Gegners die mexikanische Wühlmaus und sein abgeblockter Schuss landete bei Stütze, der zum 3:0 vollstreckte. Damit war der Wille der Hercynen gebrochen und das Ergebnis wurde ohne große Gegenwehr, allerdings zur Überraschung aller Anwesenden, sicher nach Hause gefahren.

In der nächsten Partie stand man mit den Ripuaren dann einer Mannschaft gegenüber, die läuferisch und technisch sichtlich überlegen war. Die Führung für Ripuaria in der Mitte der zweiten Hälfte resultierte aus einem Fehler des ansonsten gut reagierenden Royma, der wohl in Gedanken schon beim nächsten Convent war, als er eine Flanke unterlief und anschließend keine Abwehrchance mehr hatte. Wer hätte nach so einem bitteren Rückstand noch einmal zurückkommen können außer den beherzten Arminen?

Der inzwischen eingetroffene Plumber sorgte auf dem Platz für frenetischen Jubel (Arminia dürfte das einzige Team im deutschen Fußball sein, bei dem die Spieler das Eintreffen der Fans bejubeln) und trieb seine Bbr.² nach vorne. Arminia hatte sich noch nicht aufgegeben.

So war es erneut ein Abschlag von Royma, den Stütze per Kopf auf Pfaff verlängerte, welcher dann gekonnt zum 1:1 abschloss. Der Ausgang des Spiels war dadurch kurz vor dem Ende plötzlich wieder völlig offen. Hinten wurde konzentriert verteidigt und Loki schickte in einem letzten Angriffsversuch Pfaff auf der linken Seite auf die Reise. Dieser tankte sich gegen zwei Ripuaren durch und sah den sich im Strafraum frei laufenden Stütze, der mit dem Finger auf seine Glatze deutete und damit die Forderung nach einer Flanke ausdrückte. Sogleich verstand Pfaff dieses Ablenkungsmanöver und versenkte die Flanke unhaltbar zum 2:1 im Tor.

Fassungslose Ripuaren stolperten noch 10 Sekunden über den Platz, dann wurde das Spiel abgepfiffen. Arminia hatte erneut gesiegt und benötigte nur noch einen Dreier, um die Siegespalme mit Gewissheit davonzutragen. In den beiden sonstigen Partien hatte Hercynia zweimal mit 1:0 gegen Ripuaria gewonnen, so dass man im Rückspiel bereits eine Vorentscheidung herbeiführen konnte.

In der Zwischenzeit sorgte noch ein Flitzer für Aufsehen, der im ersten der beiden anderen Spiele plötzlich über den Platz rannte, so dass der Schiedsrichter das Match kurz unterbrechen musste. Es handelte sich dann aber doch nur um Bbr. Streichler, der, offenbar angestachelt vom sportlichen Ehrgeiz der Arminen, einer durch die Luft wirbelnden Plastiktüte hinterher gejagt war. Die Tüte war allerdings schneller und auch die übrigen Arminen zeigten im Rückspiel gegen Hercynia erste Verschleißerscheinungen. Überlegene und dieses Mal besser vorbereitete Hercynen führten nach der ersten Halbzeit souverän mit 1:0. Arminia suchte nach neuen Mitteln, um die Verteidigung zu knacken und fand den Weg durch die Mitte. Loki spielte einen Pass ins Herz des Abwehrzentrums, wo Stütze mittels technischer Brillanz und dank eines ausrutschenden Torhüters zum 1:1 ausgleichen konnte. Dieses Ergebnis wurde bis zum Ende gehalten, so dass man damit unabhängig vom Rückspiel gegen Ripuaria der klare Turniersieger gewesen wäre.

Von der Turnierleitung wurde allerdings der Wunsch geäußert, ein Finale austragen zu wollen. Ein genialer Einfall bei einem Teilnehmerfeld von drei Mannschaften!

Da Arminia für jenes „Finale“ bereits sicher qualifiziert war, ließ man im noch auszutragenden Rückspiel gegen Ripuaria die zweite Garde ran, die sich ebenfalls noch austoben wollte. In einem höchst amüsanten Spiel wankte naturgemäß die neu formierte Abwehr um Hanson, Goethe und Kronos, die noch von Eldschie und Pfaff unterstützt wurden. Der arme Royma hatte hier alle Hände voll zu tun und bewahrte die Mannschaft zunächst vor höheren Rückständen. Mit 1:2 lag man zur Pause zurück, Pfaff hatte auf Vorarbeit des für den völlig ausgepumpten Kronos eingewechselten Stütze noch verkürzen können. Die Fußball-Lehrlinge der Arminia schlugen sich auch im Folgenden tapfer, so dass man sich am Ende lediglich mit 2:6 geschlagen geben musste (Stütze hatte nach Vorlage von Pfaff noch den zweiten Ehrentreffer erzielt). Natürlich sollte damit auch psychologische Aufbauarbeit für die enttäuschten Ripuaren geleistet werden, zumal Arminia so wichtige Stammkräfte für das Endspiel schonen konnte.

Vorab wurde für das Finale festgelegt, dass im Falle eines Unentschiedens sofort zum Siebenmeter-Schießen übergegangen werden würde. Plumber erklärte sich spontan bereit, in diesem Fall für Arminia anzutreten. Aber soweit war es noch nicht.

In diesem alles entscheidenden Spiel merkte man unserem Team dann doch den Kräfteverlust an. Nur eine einzige Torchance durch Stütze nach einem Sololauf von Pfaff hätte in der ersten Halbzeit für grün-gold-veilchenblauen Jubel sorgen können, allein der Schuss war zu schwach, um den gegnerischen Torwart zu überwinden. Die nun deutlich verbesserten Hercynen trafen schon in der ersten Halbzeit Latte und Pfosten und Royma musste ein ums andere Mal Kopf und Kragen riskieren, um einen Rückstand zu vermeiden. Im zweiten Abschnitt gab es zwar noch einmal einen aufopferungsvollen Kampf und zahlreiche Proteste der Hercynen – Royma hatte den Ball deutlich vor dem Strafraum weggefaustet und Hermann hatte im Sechzehner einen Gegenspieler durchaus regelwidrig wegrambonert – der Schiedsrichter versagte dem Gegner jedoch sein Recht. Sicherlich spielten dabei auch die Sympathien des Publikums für die Überraschungsmannschaft des Turniers eine Rolle.

Letzten Endes musste man aber doch zwei unvermeidliche Gegentore hinnehmen und verlor das Spiel verdientermaßen. Die Herzen der Fans hatten die Arminen dagegen längst schon gewonnen.

Die besiegten Sieger trabten vom Platz und sammelten sich noch einmal um ihre Fahne, um sich von ihren Bbr.² sowie den anwesenden Damen gebührend feiern zu lassen.

Es bleibt an dieser Stelle nur noch eines für die nachfolgenden Generationen festzuhalten:

Wenn auf grünem Rasen in goldgelben Trikots eine Horde blauer Arminen einem Ball und anderen Dingen hinterher rennt, sind Spaß und Sportsgeist in jedem Fall unter dem grün-gold-veilchenblauen Banner zu finden!

Mit bundesbrüderlichen Grüßen, Stütze ArF!

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